Die Therapie //

Im Frühstadium genügt meist eine 4 wöchige Antibiose (ich verwende hier gerne Clarithromycin). Trotzdem sollte auch hier eine Laborkontrolle nach 3 Monaten erfolgen und bei späteren Beschwerden des Patienten an eine Borreliose gedacht werden.

 

Im chronischen Stadium ist dies aber absolut nicht ausreichend. Hier wird eine Kombinationsantibiose über mehrere Wochen  auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. Nebenbei muss das Immunsystem gestärkt werden (dafür verwenden ich 2 Mittel -Immunoxan und LDN) und Coinfektionen mit behandelt werden. Wichtig ist dabei auch die Entgiftungstätigkeit des Körpers anzuregen um abgestorbene Bakterien so schnell wie möglich aus dem Körper zu entfernen.

Des weiteren werden Schwermetalle ausgeleitet und bestehende Mangelerscheinungen ausgeglichen.

Die wohl wichtigste Therapie liegt jedoch bei dem Patienten selbst. Die Ernährungsumstellung!

Ich rate jedem Borreliosepatienten auf Kuhmilchprodukte und rotes Fleisch zu verzichten. Dieser Teil geht mit einer Darmsanierung und Darmaufbau einher, da Borreliosepatienten meist schon im vorhinein eine gestörte Darmflora haben und diese auch durch die notwendige Antibiose verändert wird. 

 

 

Antibiotikakombinationen |

 

  • Minostad (Minocyclin) + Azithromycin + Anaerobex (Metronidazol) (gepulst)

  • Minostad + Azithromycin + Resochin

  • Clarithromycin +  Dalacin + Resochin/od Anaerobex

  • weitere Kombinationen je nach Coinfektionen

 

 

Jarisch Herxheimer Reaktion |

 

Bei Therapiebeginn ist mit der Möglichkeit einer Herxheimer-Reaktion zu rechnen: Der Patient wird nach wenigen Stunden auffallend blaß, bekommt manchmal Schüttelfröste und eventuell Fieber und eine deutliche Vasokonstriktion. Am zweiten Tag kehrt sich dieser Effekt um: der Blutdruck fällt infolge starker Vasodilatation, der Patient zeigt eine starke Gesichtsrötung und klagt über Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen und Schwindel (vor allem bei Therapie mit Minocyclin). Gelenkbeschwerden können sich protrahiert über mehrere Tage verschlechtern. Gelenkergüsse können sogar erstmalig unter Therapie auftreten. (Literatur: Steere, Weber, Hassler) Bei einer Kombinationstherapie ist die Herxheimer-Reaktion praktisch immer zu beobachten. Tritt sie überhaupt nicht auf, sind Zweifel an der Diagnose erlaubt. Die Herxheimer-Reaktion wird mit großer Wahrscheinlichkeit durch die Freisetzung von Tumornekrosefaktor (TNF) bzw. Interleukin 1 (Il-1) aus stimulierten Makrophagen ausgelöst.

Grundsätzlich ist diese Reaktion bei der ersten Kur am stärksten und wird im Laufe der Behandlung immer schwächer.

 

 

Kontrolle und Nachsorge (follow-up) |

 

Alle drei Monate nach Therapie wird nach klinischen Kriterien und serologisch der Verlauf kontrolliert. Der Therapieerfolg wird in erster Linie klinisch beurteilt, da zuverlässige Laborparameter zur Feststellung einer Heilung nicht existieren. Der mit Immunfluoreszenztest gemessene IgG-Titer fällt oft, aber nicht immer nach erfolgreicher Therapie etwa um eine Titerstufe in drei Monaten ab. Für den Enzymimmuntest ist dies nicht einheitlich zu beantworten. Jeder Test scheint seine eigene Kinetik zu haben.

 

Es ist nicht sinnvoll, unmittelbar nach Therapieende den Titer zu kontrollieren, weil der Titer infolge vermehrter Antigenpräsentation oft sogar noch einmal kurzfristig ansteigt.

Rezidive sind auch noch nach bis zu zwei Jahren möglich. Vermutlich werden sie von Persistern im Kollagen ausgelöst. In dieser erneuten Vermehrungsphase der Erreger lassen sich dann auch wieder Erregerproteine im Urin nachweisen.

 

Die Nachsorge muß unbedingt auch einen möglichen Symptomwechsel erfassen (der Arthritiker sucht eventuell eine andere Ambulanz auf als der Patient mit Hautsymptomen der Frühphase!)

Quelle (Doz.Hassler)

 

 

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